Spitzenstätter-Schoißwohl – Hechenberg

Sonntag zeitig in der Früh holt mich Armin ab, um mich in den legendären Hechenberg einzuweihen. Alles was ich bis jetzt über diese Wand am Rande von Innsbruck bis jetzt gehört hatte war weniger legendär, sondern brüchig, grauslig, weit zum gehen, kurz: einfach schiach! Aber Armin hatte mich noch nie enttäuscht, also folgte ich ihm in „a obnteia mittn in innschbruck, wiasch segn, volle geil!“.

Nach etwa 1,5h Zustieg, der teilweise mehr Zuwühlerei durch senkrechten Wald und Wiesen war, standen wir unter der Wand. Meine größte Befürchtung war, dass der ganze Haufen jeden Moment zusammenbricht. Aber Armins Grinsen munterte mich jedes Mal wieder auf.

Wir stiegen die ersten beiden Seillängen über den „Bachmannpfeiler“ ein, der Klassiker dieser Wand. Dementsprechend findet man einige Haken und auch Bohrhaken. Danach quert die „Spitzenstätter-Schoißwohl“ nach rechts ab. Dieser folgten wir. Nach einer recht moralischen Bruchlänge folgt die Schlüssellänge, eine recht gut abgesicherte VII- Verschneidung, die durchaus cool zu klettern war. Danach quert man weiter nach rechts in die große markante…Verschneidung? Eher Grasrinne, gespickt mit vertikalem, losen Geröll. Nein, ganz so schlimm wars auch nicht, aber Genuss wars wirklich keiner. Auch hier findet man ab und zu Haken, nur die Stände sind nicht immer da, wo sie sein sollten.

Sobald man auf die „Auckentaler“ trifft, wird die Kletterei wieder besser. 2 Längen schöner Verschneidungskletterei bringen einen zur letzten Seillänge des „Bachmannpfeilers“. In nochmals recht ansprechender Kletterei erreicht man den Latschengürtel, den man sich dann ca. 200m noch hinauswühlen muss.

Die Schlüssellänge

Die „Spitzenstätter-Schoißwohl“ ist sicherlich keine Genusstour. Ebenso ist sie keine Tour, die super Kletterei parat hält. Und die Linie ist auch nicht unbedingt herausragend. Aber lässig ist sie trotzdem irgendwie. Sie gewährt einem Einblick in die wilde Kletterkultur der Vergangenheit. Weit weg von jedem Plaisir und 5 Sterne-Fels. Man klettert da in absolut alpinem, ausgesetztem Gelände in dieser steilen Wand und unter einem sind eine riesen Stadt, ein Flughafen, eine Autobahn. Absolut schräg, wie nah und fern man sich dem „normalen“ Leben im Tal gleichzeitig fühlt.

Hinunter führt ein recht steiles, ab und zu ausgesetztes Wegerl (mit roten Punkten makiert), das man echt nicht bei Regen, Gewitter oder Schnee hinunter hudeln möchte. Aber nach 1,5h ist man wieder unten. In der Stadt. In einer anderen Welt. Hat schon irgendwie was!

Facts: 400m (10 SL), VII- (meist V und VI).

Es stecken einige Haken. Für die Stände empfiehlt es sich, Hammer und Haken mitzunehmen. Zur Zwischensicherung komplettes Alpinsortiment. Und Abenteuerlust! Danke Armin!

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