Cima d’Ambiez

Soddisfazione e Concordia

Während in der schönen Heimat der Winter schon seine ersten, unübersehbaren Vorboten ausschickt, ist in den Brenta-Dolomiten noch eindeutig Herbst. Zwar doch schon recht kalt, aber ohne Schnee und mit viel Sonne. Da unsere Motivation fürs Klettern jene fürs Schifahren noch bei weitem überstieg, fuhren Lisi und ich nach San Lorenze in Banale und brachten spät abends noch den 3,5h langen Zustieg zur Agostini-Hütte hinter uns. Dort erwartete uns ein kleiner, gemütlicher aber kalter Winterraum ohne Ofen und ohne Wasser (muss man vor der Cacciatore-Hütte auffüllen). Und völlige Einsamkeit.

Eine Lage, wie sie nicht jede Hütte hat

Am nächsten Tag standen wir gemütlich auf und gingen erst gegen halb 9 los, man hat ja nur 30min bis zu den Einstiegen auf der Südostseite der Cima d’Ambiez. Für den ersten Tag hatten wir uns die „Via delle Soddisfazione“ ausgesucht. Mit 420m eine der längsten Routen hier, immer im V. – VI. Grad durch extrem guten Fels. Die Tour könnte man fast als Genuss-Alpintour bezeichnen, denn obwohl sie relativ lange und steil ist, ist der Fels immer fest und gibt eine schier endlose Palette an Strukturen her. Sehr empfehlenswert!

Mindestens genau so anspruchsvoll ist der Abstieg. Er für südwärts über recht steiles Gelände, meist nicht eindeutig erkennbar wo der leichteste Weg hinunterführt. Vor und nach der Scharte kann man an mehreren Stellen abseilen. Der Weg führt schließlich wieder am Einstieg vorbei und wenig später sitzt man schon wieder in der Sonne vor der Hütte.

Concordia

Für den nächsten Tag nahmen wir uns den Klassiker „Concordia“ vor. Obwohl nur einige Meter rechts von der Soddisfazione hat sie doch eine komplett andere Charakteristik. Der Fels ist hier nicht immer fest, es ist klassische, meist steile Kletterei durch Risse und Verschneidungen. Es fühlt sich alles ein bisschen wilder und ausgesetzter an. Mir hat diese Tour extrem gut gefallen. Sie fordert ein wenig mehr, die Kletterei ist aber mindestens so lohnend. Vor allem der obere Teil ist ein echtes Schmankerl!

Topos für diese Touren findet man im Internet (www.tuttoinlibera.it) und im Dolomitenführer von Ivo Rabanser. Das einzige, worauf man so spät im Jahr sehr achten muss, ist der teilweise sehr heftige Eisschlag, der vor allem rechts von den Klettertouren aus dem großen Überhang und z.T. aus der Concordia kommt. Also Achtung beim Zustieg und am Einstieg!

Nach 2 wunderschönen Klettertouren gings dann wieder den langen Weg ins Tal hinunter, wo ein kühles Bier auf uns wartete, das der perfekten Abschluss für ein super Wochenende in der Brenta war. Danke Lisi für die Touren und Martin für die Tipps!

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