Val die Mello ’13

Here we go again…

Nein, wir haben nicht genug bekommen letztes Jahr. Ein zweiter Besuch in dieses Val di Mello, dieses Tal des Weins, der Gemütlichkeit und der Tausend Felsen musste sein. Wir hatten uns sehr viel vorgenommen und auch einiges davon umgesetzt.

Monte Qualido Ostwand

Schon am zweiten Tag kletterten Gernot und ich die „Magic Line“ am Mte. Qualido. Schon allein die unglaubliche Größe dieser Wand raubte uns den Atem, als wir ins Val Qualido einbogen. Einfach genial! In der Tour selbst fanden wir leider viele Plattenlängen vor, die Linieführung kann man nicht unbedingt als „klassisch“ bezeichnen. Zum Teil weicht sie sogar den großen Rissen und Verschneidungen aus, vor allem im oberen Teil. Beim nächsten Mal würden wir auf die Originallinie scheißen und einfach den „natürlichen“ Weg klettern. Trotzdem findet man immer wieder wunderschöne Risse und Verschneidungen, für die es sich lohnt, diese Tour zu klettern. Die 7c-Schlüssellänge lässt sich gut technisch meistern, wobei die obligate Schwierigkeitsangabe doch etwas gewagt ist. Wir würden diese doch eher im Bereich 6c/+ ansiedeln. Was uns dann aber wirklich wunderte, die Tour hört ca. 20m vor dem Grat einfach auf. Aus. Basta. Das kann es doch nicht sein. Drum suchten wir uns einen Weg weiter hinauf und fanden tatsächlich am Grat einen Abseilstand. Das sollte man sich nicht entgehen lassen, das Panorama von dort oben ist wirklich traumhaft! Beim Abseilen blieb uns dann ausgerechnet in der Schlüssellänge das Seil in einer Schuppe hängen und fraß sich so tief ein, dass wir es nicht mehr herausziehen konnten. Kurzer Anflug von Frust und Panik. Seil abschneiden? Nix da. Gernot kletterte rauf, riss die Schuppe aus und weiter gings. Solutions made in Styria!

Unterer Bereich der "Magic Line"

Tags drauf probierten wir einmal die Sportklettereien auf dem Riesen-Boulder unterhalb von San Martino. Wir fanden gemütliche Plätzchen und echt coole Kletterrouten. Die Mega-Rissverschneidung auf der Nordseite des Blocks werde ich wahrscheinlich nie wieder vergessen. Unglaublich! Am Donnerstag gaben wir uns einen wunderschönen Klassiker, die „Il risveglio di Kundalini“ am Dimore degli Dei. Die Tour ist für die relativ niedrige Wand doch recht lang, bietet durchwegs schöne Seillängen, viele Risse und Verschneidungen. Sehr empfehlenswert!

Kundalini

Zum Abschluss schafften wir es gottseidank auch noch, die „Oceano Irrazionale“ am Asteroidi zu klettern. Es war schon der zweite Anlauf in der Woche, aber beim ersten Mal fanden wir den Zustieg nicht auf Anhieb, worauf hin uns die Motivation verließ. Beim zweiten Mal fanden wir ihn. Der Weg zur wand geht über einige Steilstufen mit Fixseilen, oft ausgesetzt und richtig unangenehm. So ein Weg, den man einfach nicht absteigen will! Am Einstieg angekommen kam ich drauf, dass ich meine Kletterschuhe im Tal gelassen hatte, ich wollte diese Tour so unbedingt klettern, dass wir trotzdem einstiegen. Also kletterte ich die Tour in Zustiegsschuhen, natürlich in Wechselführung. 😉 Die Oceanoist sicherlich die schönste Tour, die ich dort bis jetzt geklettert bin. Die unteren Risslängen sind einfach unglaublich schön, der Ausblick traumhaft. Die oberen Längen begeistern mit leichter, aber richtig cooler Kletterei. Oben angekommen suchten wir erst einmal ca. 1 Stunde nach dem Abstieg, bis es uns zu blöd wurde und wir einfach die Nebentour abseilten. Diese entpuppte sich als perfekte Abseiltour mit immer 2 Ringen am Stand. Auch mit 50er Seilen problemlos zu machen. Nun seilten wir auch die untere Wand über die „Piedo di Piombo“ ab, deren ersten Abseilstand man vom normalen Abstiegsweg aus sehr gut erkennen kann (Steinmandl!)

Perfekte Risskletterei

Eine  Woche mit viel geilem Fels und schönen Seillängen, mit viel Wein und Bier, mit vielen guten Freunden und Geselligkeit, gutem Essen und perfektem Wetter ging zu Ende. Ob wir wieder kommen? Vielleicht, aber so bald wahrscheinlich nicht mehr. So schön es hier auch ist, es gibt noch so viel zu entdecken…

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