Innere Sommerwand (3122m) und Ruderhofspitze (3474m) via Franz-Senn-Hütte

So sehr uns der Winter bis jetzt mit fehlendem Eis enttäuschte, begeisterte er uns mit andauerndem frischen Neuschnee. Das heißt: flexibel sein und Touren gehen. Auch wenn der Eisguster noch so groß ist.

Also schnappten Chri und ich unsre Mädels und fuhren ins Stubaital, um ihnen die „großen Berge“ einmal zu zeigen. Freitag spät abends kamen wir in Seduck im Oberbergtal an. Wir schnappten unsre Siebensachen und schlenderten in ca. 2,5h zur Franz-Senn-Hütte und besetzten dort den schönen und gemütlichen Winterraum.

Am Samstag war das Wetter nicht besonders schön, es schneite leicht. Aber die Sicht war okay, das ganze Wetter schien gemütlich zu bleiben und so machten wir uns auf den Weg zur Kräulscharte. Wir folgten den Spuren durch auf schönem Weg durch die Gletschertäler und kamen nach ca. 3 Stunden und 1000 gemütlichen Höhenmetern an der Kräulscharte an. Wir errichteten hier ein Skidepot und stiegen über einen wunderschön ausgesetzten aber leichten, teilweise mit Fixseilen versicherten Grat auf die Innere Sommerwand. Trotz der Wolken sahen wir ein bisschen etwas von der Landschaft und von den Nebengipfeln. Bei Schönwetter sicher ein super Aussichtsberg! Wir hatten Steigeisen an, sie wären aber nicht unbedingt notwendig gewesen. Seil nahmen wir keins, ist aber für höhenempfindliche Leute sicher nicht von Nachteil. Im Blindflug ging es auf den Schiern durch fast unverspurten Pulverschnee wieder zurück zur Hütte.

Am nächsten Tag bekamen wir das erhoffte Schönwetter. Dafür war es aber brutal kalt. Bei -15°C und Gegenwind starteten wir ins Alpeinertal richtung Ruderhofspitze. Auf den ersten 3km macht man lediglich 150Hm, dann kommt der erste Aufschwung. Dann gehts wieder flach weiter bis man den Alpeiner Ferner betritt. Der Eisbruch umgingen wir rechts, ehe wir auf das wunderschöne, von Felstürmen umrahmte Gletscherplateau erreichten. Hier konnten wir auch die ersten Sonnenstrahlen genießen. Leicht links haltend geht es weiter, rechts am nächsten Gletscherbruch vorbei bis zur Oberen Hölltalscharte auf 3247m. Hier errichteten wir ein Skidepot und legten die Steigeisen an. Was folgte, war ein ewig langer, wunderschön ausgesetzer aber unschwieriger Grat (I) mit einer sensationellen Aussicht. Wir spurten den ganzen Grat durch frischen Pulverschnee und kamen nach 5:30h am Gipfel der Ruderhofspitze auf 3474m an. Alleine für den Grat hatten wir 1h gebraucht, wobei die Verhältnisse mit viel Schnee und Wechten nicht sehr einfach waren.

Wir waren alleine am Gipfel, die Aussicht war grandios – einfach ein wunderschöner Moment! Unsere Mädels hatten sich tapfer geschlagen und waren begeistert. Wir auch. Bergab gings wieder zurück über den Grat zum Skidepot. Was folgte war einfach reinster Genuss. Wir zogen unsere Spuren durch den frischen Powder bis zur Hütte hinunter. Sensationell!

Am Gipfelgrat haben sich die Steigeisen schon bewährt. Der Grat ist nirgends schwierig, aber doch sehr ausgesetzt, stolpern sollte man also besser nicht. Hier empfiehlt es sich, für unerfahrene ein kurzes Seil mitzunehmen, alleine für das Gefühl ist es sicher schon gut.

An der Hütte angekommen, schauten wir zu den Wirten rein, die gerade am Herrichten für das Aufsperren der Hütte in der darauffolgenden Woche waren. Die Wirtsleute sind wirklich außergewöhnlich freundlich und hilfsbereit, was auf so großen Hütten eher die Ausnahme ist. Es empfiehlt sich wirklich, auch im Sommerhier einmal vorbeizuschauen. Das Ambiente ist einfach der Wahnsinn und bei den Bergen rundherum wird einem so schnell nicht fad werden.

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