Großglockner via „Mayerlrampe“

Schön, aber schön viel los… Kurzentschlossen fuhr ich mit Jochen Freitag Nachmittag ins Salzburgerland, über Großglockner Hochalpenstraße zur Kaiser Franz-Josephs-Höhe. Wir wussten, dass gerade die beste Zeit mit wahrscheinlich sehr guten Bedingungen für die Mayerlrampe war und dass wir gewiss nicht alleine sein würden, dazu die Geschichte mit der kleinen Biwakschachtel für nur max. 12 Personen. Aber die Lage im Parkhaus ermunterte uns wieder. Es waren zwar einige Aspiranten anwesend, die es aber alle am nächsten Tag in einem Durchgang probieren wollten. Wir dachten uns, vielleicht haben wir Glück und es sind tatsächlich noch Plätze im Biwak frei. In der Beginnenden Finsternis stiegen wir zuerst zum Gletscher ab, die Pasterze entlang und schließlich die steile Flanke zum Biwak auf. Der Schnee war tief, aber zum Glück jetzt in der Nacht gefroren und schon gut ausgetreten. Haben wir Glück oder keins? Nach ca. 3 Stunden wussten wir es dann. Kaum bei der Biwakschachtel angekommen, schliefen uns die Gesichter ein. Nicht nur das Biwak selbst war voll, sämtliche Plätze um die Schachtel waren belegt. Shit, denn wir hatten weder Schlafsack, noch Unterlegsmatte, noch Kocher oder irgendwas dergleichen mit. Soviel zu „fast and light“. Wir ergatterten noch ein Plätzchen am Schachteleingang und krochen in den 2er- Biwaksack, der unser Nachtquartier werden sollte. Anfangs war das richtig gemütlich und wir schlafen eine Weile, dann kam aber ein leichtes Lüftchen auf, das Zittern begann. Es war jetzt nur noch ein Ausharren bis zum Morgen. Als um 3:00 Uhr die ersten aus der Schachtel kamen waren wir sofort drinnen und gönnten uns noch ein wenig Schlaf. Das führte leider dazu, dass wir recht spät wegkamen. Es waren schon mind. 6 Seilschaften vor uns, als wir in den ersten Sonnenstrahlen in die steile Schneerampe einstiegen. Dementsprechend heftig hagelte es auf uns nieder. Aber wir hatten Glück und es waren meist nur kleine Geschosse. In der Eisrampe selbst hatten wir super Verhältnisse, das Eis war perfekt. Der einzige Wehmutstropfen waren die vielen anderen Seilschaften, die das ganze ein bisschen Eng und ungemütlich machten. Das gute ist aber, dass man die ganze Zeit relativ gut gegen Eisschlag von weiter oben geschützt ist, weil die Rampe ständig nach links wegzieht. Nach oben hin entwirrte sich das Chaos schließlich, bis wir am Ausstieg am Nordwestgrat schließlich alleine waren. Das bisschen Nebel, das im oberen Teil durchzog, störte uns nicht sonderlich. Nach einer kurzen Gipfelpause ging es gleich weiter, der Abstieg ging sehr einfach und schnell im weichen Neuschnee. Rückblickend muss ich sagen, dass die Mayerlrampe wunderschön und mit ihrer Neigung von 70° auch halbwegs anspruchsvoll ist. Aber wer super Verhältnisse haben will, wird keinesfalls alleine sein. Der ehemalige Geheimtipp ist mittlerweile in aller Munde, weil er von den immer schlechter werdenden Verhältnissen der Eiswände in den Alpen nicht betroffen ist. In der Palavaccini- Rinne, die eingentlich DER Eisanstieg in der Glockner-Nordwand ist, war an diesem Tag keine einzige Seilschaft mehr.

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