Hoher Dachstein via Steinerweg (5+)

Endlich ist es so weit, ein kleiner Traum geht in Erfüllung! Dass es so spät im Jahr noch mal gehen wird hatte ich mir nicht gedacht, deshalb verschob ich den Steinerweg geistig auf 2012. Aber wunderschönes Herbstwetter und relativ warme Temperaturen ließen die Dachstein Südwand noch mal nach uns schreien. So laut, dass wir ihr folgten…

Am 1.11. fuhren Brux und ich noch am Abend in die Ramsau, machten ein kleines Lagerfeuer und stimmten uns bei ein paar Bier auf den morgigen Tag ein. Um 05:00 gings dann schließlich los. Raus aus dem Auto in die Kälte und los gehts vorbei an der Südwandhütte, die Schuttfelder hinauf. Gottseidank kannte ich den Weg schon, alle Wegweiser waren schon abmontiert. Kurz vor dem Einstieg schon die erste Crux- Hartschneefelder. Spätestens hier hätte uns schon klar sein müssen, dass Turnpatschen vielleicht nicht die beste Schuhwahl waren. Für den letzten Kilometer bis zum Einstieg brauchten wir wohl eine ganze Stunde, wie auf rohen Eiern gingen wir über den Schnee.

Das erste Band bis zum Anseilplatz ging ganz locker ohne Seil. Wir starteten am laufenden Seil los, Brux in Turnschuhen, ich in gemütlichen Kletterpatschen. Rauf aufs Dachl, dort dann eher am Rand haltend hinauf. Bis hierher war eigentlich die Orientierung die einzige Schwierigkeit. Aber es ging gut voran, das Salzburgerband war die einzige Stelle, wo wir uns schließlich gegenseitig sicherten. Dann einmal frühstücken und in der Morgensonne das Wahnsinnspanorama genießen. Einige Steine pfeifen vorbei, aber alles in sicherer Entfernung.

Dann gehts weiter, immer links hinauf. Nach dem Band nicht den Fehler machen und den Bolts nach rechts folgen, hier ist der Notausstieg zum Pichlweg. Über schöne Risse und Kamine immer weiter hinauf. Ca. 2,5h nach dem Einstieg waren wir schon beim Schluchtenüberhang. Diese gar nicht leichte Stelle hinter uns dachten wir uns „In ana Stund werd ma draußen sein“…denkste! Ab jetzt begannen Novemberverhältnisse.

Die Schneefelder wurden immer mehr und wir konnten nicht mehr ausweichen, also rein in die kietiefe Scheiße. Wieder schlecht mit Turnschuhen. Linie und Bolts gingen unter der Schneedecke verloren, also kämften wir uns nach Gefühl hinauf. Mühsam ging es nun voran, vor allem kurz vor dem Ausstieg, wo der Weg hinter einem Pfeiler herumführt und wirklich viel Schnee lag und alles vereist war. Spätestens hier wurde uns klar, dass wir die Verhältnisse total unterschützt hatten und die ganze Sache nicht mehr so lustig war. Aber Bruxi stieg einfach vor, ich nach und schließlich waren wir nach ca. 5h draußen.

Jetzt konnten wir den Lohn für die Verhältnisse genießen- nur zu zweit am Gipfel des Dachstein zu stehen ist schon eine Besonderheit. Beim Abstieg waren schon Fixseile eingehängt, war also trotz viel Schnee und Eis kein Problem mehr.

Ich hatte immer ziemlich großen Respekt vor dem Steinerweg, trotz seiner niedrigen Schiwerigkeit. Und dieser Respekt bleibt auch, obwohl wir flott und, der obere Teil ausgenommen, ohne Schwierigkeiten vorankamen ist man trotzdem ziemlich ausgesetzt in dieser riesigen Wand. Bolts findet man so ca. alle 10-15 Meter, Klemmgerät mitzunehmen schadet auf keinen Fall. Vor allem uns hat es wohl ziemlich gerettet. Die Dachstein Südwand ist eine Schönheit sondergleichen, die Kletterei teilweise erstklassig und die Felsqualität durchgehend gut. Ich war auf jeden Fall nicht das letzt Mal bei ihr zu Gast.

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